My Fitness Journey – Part II Instagram

Hallo meine Lieben,

In meinem letzten Beitrag zu diesem Thema habe ich von meinem geänderten Essverhalten berichtet. Ich muss hier klarstellen, dass ich zwar weniger gegessen habe als vorher, trotzdem aber noch „fast food“ und Süßigkeiten, teilweise in großen Mengen verdrückt habe, wenn ich wirklich Lust darauf hatte oder mit Freunden unterwegs war. Ich dachte, das würde schon durch Sport kompensiert werden. Mindestens 2 mal in der Woche hatte ich damals Fußballtraining, bin viel Fahrrad gefahren. Irgendwann habe ich dann angefangen, jeden Tag joggen zu gehen, auch im Winter. Ich habe also relativ viel Sport getrieben, allerdings eben falsch gegessen. Trotzdem kamen allmählich die Erfolge. Eine Mitschülerin hat damals auch versucht abzunehmen und ihr Essen und ihre Laufergebnisse auf Instagram geteilt. Ich habe angefangen, sie und dann viele Fitnessaccounts als Vorbild zu nehmen. So habe ich damit begonnen, meine Ernährung umzustellen und mich an andere Trainingsformen herangetastet.

Anfangs habe ich vor allem Pilates-Workouts aus Youtube ausprobiert, nebenher bin ich weiter gejoggt und habe Fußball gespielt. Später habe ich mich an verschiedenen Bodyweight-Workouts ausprobiert, die ich auf Instagram gefunden habe. Irgendwann habe ich mich dann nicht nur hinsichtlich des Sports von den Fitness-Accounts auf Instagram inspirieren lassen, sondern auch von den unzähligen Clean-Eating Pages dort.

Ich hab angefangen mich intensiv mit „Low-Carb“ auseinanderzusetzen, allerdings auf die, wie ich heute weiß, völlig (!) falsche Weise. Statt „Low-Carb“ habe ich sozusagen „No-Carb“ praktiziert. Ich hab mir die Kalorienzahl fast aller Lebensmittel angeschaut, sogar die von Gemüsen wie Gurke. Nudeln, Reis oder Brot habe ich kaum noch gegessen, statt Öl habe ich meine Salatsoße mit Joghurt gemacht. Auf Fleisch habe ich völlig verzichtet, auch weil meine Mama sich vegetarisch ernährt und sie darum ohnehin nie mit Fleisch gekocht hätte, wenn ich nicht danach gefragt habe. Irgendwann habe ich mich, glaube ich mich erinnern zu können, fast ausschließlich von Gemüse ernährt,hatte eine irrationale „Panik“ vor Kalorien, was genauso krankhaft ist, wie es klingt,das ist mir heute klar.

War es bloß leider damals nicht…

Den ganzen Fett-, Kalorien- und Kohlenhydrat-Hype auf Instagram habe ich mir zum Vorbild genommen und außerdem die hübsch verzierten, „Portiönchen“, die manche Accounts als ihre Mahlzeit präsentieren und die in solch filigraner Arbeit hergerichtet sind, als wäre man in einem Sternerestaurant . Diese Plattform und die Accounts und deren Bilder derart ernst zu nehmen, das war meiner Meinung nach mein fatalster Fehler. Ständig habe ich meine und ihre Körper verglichen, ihr Essen mit meinem. War jemand „kräftiger“, aß aber nur kleine Portionen, „musste“ ich ja noch weniger essen als sie, logisch…

Wer einen durchtrainierten Körper hatte, den versuchte ich in der Menge und Intensität an Sport zu überbieten. Das Alles ging so weit, dass ich bald täglich Sport machte, aber dementgegen viel zu wenig und falsch aß. Ich verlor schnell an Gewicht, merkte das aber überhaupt nicht. Das lag teils wohl auch daran, dass ich mich noch nie regelmäßig gewogen habe, das bis heute auch nicht tue, dementsprechend also keine Referenzgröße hatte/habe. Aber selbst wenn, das hätte mich nur noch mehr angespornt. Stimmen, die mir sagten ich sähe sehr dünn aus, ignorierte ich oder sah das als eine Art Kompliment. Zu dieser Zeit war ich noch nicht allzu dürr, aber man sah mir den Gewichtsverlust definitiv bereits an.

Ich konnte ganz einfach überhaupt nicht einschätzen, wie intensiv und auszehrend das Sportprogramm war, das ich inzwischen täglich absolvierte. Als ehrgeiziger Mensch zog ich alles bis zum Ende, bis zur Erschöpfung durch. Ich baute Sport immer stärker in meinen Alltag ein, war ständig aktiv.

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Je weiter das ging, desto mehr geriet ich in einen Teufelskreis. Ständig schwirrten in meinem Kopf Gedanken um die nächste Mahlzeit umher, wann ich meine Workouts in den Tag integrieren könnte und so weiter. Das wirkte sich auch immer stärker auf meinen Alltag und natürlich meine Laune aus. Ich wurde durch die mangelhafte Ernährung ja immer schwächer, wollte das aber nicht wahrhaben. Hören tat ich nur, was ich hören wollte.. Wenn ein Freund oder ein Familienmitglied Sorgen bezüglich meines veränderten Gewichts zum Ausdruck brachte, realisierte ich nur, dass ich tatsächlich abgenommen hatte, buchte das als Erfolg. Dabei ignorierte ich, dass mein Gewichtsverlust in einem allmählich bedenklichen und rasanten Maße von statten ging.

Während der ganzen Zeit verbot ich mir jegliches fast food oder Süßigkeiten völlig. Obwohl ich nie der Typ für Schokolade und co. war, erfordert das ein enormes Maß an (übertriebener und unnötiger) Selbstdisziplin. Generell ist es aber viel eher Selbstgeißelung, sich Essen zu verbieten und macht auf Dauer nur unglücklich!

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Fehlinformation und mein unzureichendes Verständnis, meine fehlende Erfahrung zum Thema Gesundheit und Fitness trieben mich also in eine Richtung, die zu körperlicher Ermattung und keinesfalls zu meinem „Traumbody“ führte.

Wie ich es schaffte, mich da herauszukämpfen (ja, sowas ist ein Kampf), werde ich im nächsten Beitrag berichten. Ich hoffe, ihr findet meine Geschichte einigermaßen interessant und vielleicht auch hilfreich.

Für mich ist es ein großer Schritt, das öffentlich zuzugeben, ich bin nicht stolz auf diese Phase meines Lebens, glaube aber, das es wichtig ist, darüber offen zu sprechen.

Genießt diesen sonnigen Tag!

Love, Calli♥

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3 Gedanken zu „My Fitness Journey – Part II Instagram

  1. Hey 🙂 Ich finde es super, dass du so offen darüber redest. Ich verstehe alle deine Entscheidungen in der Vergangenheit, aber auch deine heutige Sichtweise nur zu gut – leider.
    Wünsche dir einen schönen Tag

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