My Fitness-Journey – Epilog, Einführung, was-weiß-ich

Hallo ihr Lieben,

nach laaaanger Zeit melde ich mich (abermals, mhm…) jetzt wieder zurück. Ich muss sagen, in letzter Zeit hatte ich wirklich überhaupt keine Idee für einen ordentlichen Post. Außerdem war ich, wie so viele, mega im Abiturstress und in den Ferien war ich unheimlich beschäftigt und hatte endlich wieder Zeit für meine Freunde und Familie und deshalb eben auch keine Zeit beziehungsweise Lust.

Nun zum Thema dieses Beitrags:

Wie jeder der mich kennt eigentlich wissen müsste, genauso wie alle, die meinem Instagram-Account folgen, bin ich ein ziemlicher Fitnessfanatiker. Ich gehe seit circa einem Jahr mindestens 4-mal in der Woche zum Training ins Fitnessstudio und das macht mir echt richtig Spaß. Ich liebe es einfach, sich richtig auszupowern und bin immer total stolz, wenn ich Ergebnisse sehe, sei es an meinem Körper oder die Steigerung meiner Gewichte. Außerdem ernähre ich mich auch wirklich bewusst und habe mir ein relativ umfangreiches Wissen bezüglich Fitness und gesunder Ernährung angeeignet. Das mag jetzt nichts Weltbewegendes sein und vielleicht denkt sch der ein oder andere: „Wieder so ein healthy-eating-Pseudo-Gymenthusiast-Lifestyler, der sein angebliches Wissen zum Besten gibt. Aber darum soll es garnicht gehen, auch wenn ich mich stundenlang über dieses Thema unterhalten kann.

Ehrlich gesagt geht es mir um viel Ernsteres:

Mir wird durch Instagram, durch Youtube und durch meine eigenen Erfahrungen, die ich täglich mache einfach immer deutlicher, welch extremen Einfluss dieser neue „Lifestyle“ besonders auf die Jugend hat, übrigens Jungen wie auch Mädchen. Und oftmals hat dieser Einfluss ganz verheerende Folgen. Ich bekomme erschreckend häufig mit, dass Jungen und Mädchen und ich möchte sagen mindestens 80% meiner engen Freundinnen irgendwann in ihrem Leben mal ein falsches bis gestörtes Verhältnis zu Essen und ganz besonders zu ihrem eigenen Körper entwickeln. Wenn man mal darauf achtet, dann wird einem klar, wie viele Jugendliche enorme Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl haben und schnell in Extreme rutschen, die weder körperlich noch seelisch gesund sind, im Gegenteil gar gefährlich. Es ist unheimlich schwer, diesen Menschen da raus zu helfen. Sie sehen sich anders oder setzen ihre Prioritäten falsch. Das Verhängnisvolle daran ist, dass man dieser Person erzählen kann was man will, ihre gestörte Selbstwahrnehmung ist dadurch nicht zu überwinden. Manchen erzählt man, sie seien schön, so wie sie sind, versucht sie mit Komplimenten ständig aufzumuntern und zu „retten“, aber es ändert nichts an ihren Selbstzweifeln oder bestärkt sie sogar noch. Anderen versucht man klar zu machen, dass sie ganz andere Eigenschaften haben, die man über alle Maßen an ihnen schätzt und die sie viel wertvoller machen, als der perfekte Summerbody…

Das Traurige aber ist, dass man völlig hilflos ist, wie sich die eigenen Freunde selbst malträtieren, Diäten testen, Hungern, an sich Scheitern und sich ständig sagen, dass sie wertlos, hässlich oder fett sind, obwohl sie einem selbst als das Kostbarste gelten. Und auch ihr Charakter ändert sich, sie werden missmutig, sie werden traurig und lächeln kaum noch, ziehen sich zurück.

Und man kann nichts dagegen unternehmen…

Warum ich das so genau weiß und mit größter Sicherheit behaupten kann? Weil ich, und ich bin keinesfalls stolz darauf, selbst zu den Mädchen gehört habe, die sich wegen eines gestörten Selbstbilds bestraften.. Dafür, so zu sein, wie ich war, mochte ich mich nicht. Ich war unzufrieden, verglich mich ständig mit anderen, suchte Inspiration auf Instagram, wollte so sein wie die Mädchen auf den Fotos. Und ich weiß, dass es ganz vielen da draußen so ging und geht und das hat mich dazu gebracht, meine Geschichte zu teilen.

Ich möchte an dieser Stelle festhalten, dass ich NIE eine ernsthafte Essstörung hatte und in eine Klinik musste. Aber ich hatte durchaus ein gestörtes Verhältnis zu Essen und Sport, resultierend aus einem gestörten Verhältnis zu mir selbst. Und da raus zu kommen war ein harter Weg, voller Tränen und weiterer Selbstzweifel, ein Weg, der mir und mein Umfeld enorm zugesetzt hat. Vorallem meiner Familie, was mir im Nachhinein am Meisten leid tut. Denn sie mussten eben jene Ohnmacht erfahren, die ich oben beschrieben habe. Aber genug dazu, heute bin ich immer noch nicht am Ziel aber ich habe gelernt mich selbst so zu lieben, wie ich bin und insbesondere zu akzeptieren, dass ich einzigartig bin und einfach nie das Mädchen auf dem Magazin oder auf Insta sein werde. Das Schöne daran ist, das will ich auch garnicht mehr und das sollte kein einziges Mädchen dieser Welt sein wollen.

Ich habe also beschlossen, meine „Reise“ öffentlich zu teilen, weil ich hoffe, dass sie manche inspirieren wird oder davor bewahren wird, große Fehler zu begehen, die man nie (!) mehr rückgängig machen kann, das kann ich euch garantieren.

Ich habe dabei auch große Sorge, dass das schön in der Gerüchteküche meiner Schule hoch- und runterdiskutiert werden wird, auch wenn ich nicht weiß, wie viele meinen Blog wirklich kennen, geschweige denn lesen. Andererseits wurde in den letzten zwei Jahren wirklich so unheimlich viel über mich geredet, 90% waren purer Schwachsinn und bloß boshafte und verletzende Erfindung, dass ich mir denke, wenigstens könnt ihr euch dann mal über etwas Wahres den Mund fusselig reden.

Genug aber jetzt, ich hoffe das, es interessiert sich jemand dafür.. Und selbst wenn es nur eine Person lesen wird, so hoffe ich, dass sie sich zu Herzen nimmt und meine Ehrlichkeit ihr in irgendeiner Weise hilft oder sie zumindest zum Denken anregt. In Kürze folgt also Part I meiner Fitness-Journey.

Bis dahin Allen eine schöne Zeit!

Love, Calli♥

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4 Gedanken zu „My Fitness-Journey – Epilog, Einführung, was-weiß-ich

  1. Hey 🙂 du bringst den schwierigen Umgang mit Essstörungen direkt auf den Punkt! Viele wissen gar nicht, was manche Aussagen oder Taten bewirken können… Schade eigentlich, man sollte ihnen die Augen öffnen. Lg an dich

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